Adidas Fit Smart - Der Fitnesstracker mit Pulsmesser

Bild: Adidas

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In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen mit der Adidas Smart Fit schildern, denn mit dem integrierten Pulsmesser hat die Uhr ein Feature, das die Konkurrenz bisher noch nicht zu bieten hat. Natürlich gibt es auch die Klassiker an Tracker-Funktionalitäten: Herzfrequenz, verbrauchte Kalorien, Tempo, Entfernung und Schrittfrequenz. Also habe ich die Uhr gleich zum Verkaufsstart geordert und aufgrund meiner Nähe zu Herzogenaurach war das Paket auch nach 2 Tagen vor der Tür – Vorfreude.

Die Uhr hat ein angenehmes Soft-Touch-Silikon Band, was sich am Handgelenk gut einstellen und tragen lässt. Auch die Sensoren zur Pulsmessung (2 grüne LEDs und ein Sensor zur Messung) stören auf der Unterseite nicht beim Tragen. Auch die Laufzeit von 5 Tagen bzw. 11 Stunden bei Training reichen mir erstmal aus, somit steht einem ersten Test nichts im Wege. Die Bedienung mit den 3 Bedienungsknöpfen sollte ja auch relativ intuitiv sein.

Der erste Start

Beim ersten Start versucht die Uhr, eine Verbindung per Bluetooth mit einem Smartphone herzustellen, was durch ein rotes Symbol dargestellt wird. Eine genaue Bedienungsanleitung liegt der Box nicht bei (und das bei einem Preis von 200€ !!!, wer sie sucht findet sie hier), somit ist man als Träger erst einmal auf sich gestellt. Ich habe es innerhalb der ersten Stunde nicht geschafft, eine Verbindung mit meinem Nexus 5 herzustellen und habe mich leicht verzweifelt auf die Suche gemacht.

Die erste Suche

Also ab ins Netz und versucht eine Anleitung zu finden. Auf der gefühlt 15. Seite in einem Forum habe ich gelesen, dass die derzeitige Version von micoach die Fit Smart noch nicht unterstützt, und somit war an eine Inbetriebnahme des Geräts erst einmal nicht zu denken. -> ERSTER MINUSPUNKT

Die neue micoach Version ist da

Im Laufe des Tages kam dann sogar das Update der micoach App, also ist der vermasselte Start verschmerzbar. Allerdings ging die Enttäuschung genauso weiter, denn an eine stabile Verbindung mit dem Nexus war nicht zu denken, die Fit Smart musste ständig gepaart werden und hat das Gerät nicht gespeichert – was ja der Sinn und Zweck des Paarens ist. Und selbst beim Versuch mit der micoach eine Verbindung herzustellen, hat die Uhr nach ca. 10 Sekunden in den Standby Modus geschalten, womit keine Verbindung zu Stande kam.

Der erste Lauf und Vergleich

Wenigsten hat die Uhr irgendwie eine Registrierung vorgenommen, somit konnte ich also durch das Menü scrollen und die Funktionen testen. Es gibt 4 „Menü-Seiten“:

  1. Uhrzeit / Batterie
  2. Coached Workouts: Das sind Workouts, die man über micoach auf sein Gerät synchronisieren kann
  3. Free, das freie Workout: Man kann eine Aktivität starten, bei der der Schrittzähler und der Pulsmesser alles tracken.
  4. Workout Ergebnisse: Hier kann man seine Aktivitäts-Historie betrachten

Auf zu einem 10km Vergleich mit einem Garmin Forerunner 305 mit Brustgurt am rechten Handgelenk und der Adidas Fit Smart an der anderen Hand. Immer wieder habe ich den Puls verglichen und erstaunlicherweise waren beide Geräte ziemlich nah beisammen, meistens lage der Unterschied bei nur max. 5 Schlägen/Min. Auf der Fit Smart wird neben den Kilometern und der Zeit auch über das seitliche LED-Band angezeigt, in welchem Aktivitäts-Bereich ich mich befinde – Auch wenn ich nirgends Schwellwerte definiert hatte. Neben der relativ genauen Pulsmessung ist mir auch aufgefallen, dass die angezeigten Kilometer sehr nah an dem Forerunner mittels GPS waren, auf 10 Kilometer gab es schließlich eine Differenz von 50 Metern – sehr gute Messergebnisse. Allerdings finde ich die elementaren Information (Dauer, Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Tempo, Distanz) der Fit Smart nicht praktikabel, da schaue ich lieber auf die 4-Felder des Forerunners und habe ohne wildes Menü-Hopping alle Werte sofort sichtbar. Der Akku hat bei den 55 Minuten ca. 15% verloren.

Die nächste Ernüchterung

Nun wollte ich sehen, was die App an zusätzlichen Informationen generieren kann, allerdings ist auch das wieder an der mangelnden Synchronisation gescheitert, es war mir nicht möglich, die Daten auf meinem Nexus anzeigen zu lassen bzw. in mein Profil zu laden. Auch weitere Nutzer haben in dem offiziellen micoach Forum von den selben Problemen berichtet, somit war mein Frustlevel auf einem neuen Höchststand. Ich habe mich entschieden, die Uhr wieder zurück zu schicken. Von einem derartigen vermasselten Rollout habe ich bisher noch nicht gehört, die App scheint unter Zeitdruck entwickelt worden zu sein – ohne die elementarsten Checks. Als Tester wollte ich mich nicht weiter zur Verfügung stellen.

Fazit

Die Uhr hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Einerseits trackt sie nicht ganztägig die Aktivitäten, sondern nur bei einer „gewollten“ Aktivität, andererseits ist sie auch kein vollwertiger Ersatz einer Laufuhr, hier fehlen mir persönlich weitere angezeigte Messwerte. Gegenüber reinen Fitnesstrackern wie das Nike Fuelband o.ä. bietet die Uhr allerdings mit dem integrierten Pulsmesser einen großen Pluspunkt. Für diejenigen, die sich mit vorgefertigten Workout-Plänen motivieren lassen, ist die Uhr sicher eine Empfehlung, hoffentlich zieht Adidas mit einer verbesserten Version der micoach App nach.

Zu guter Letzt bekam ich kurz vor meiner Retoure die Versand-Bestätigung von Adidas, dass ich bald mein Gerät erhalte – einer weiterer Indiz für einen misslungenen Start…..

Wer sich dennoch die Uhr ansehen möchte, kann das Gerät für 161€ hier erwerben (Stand 21.10.14)