Einzeltest Garmin Forerunner 920xt

Forerunner920XT_blackblue_twstdR_Laufeffizienz_RGB_72DPIHeute habe ich keinen klassischen Fitnesstracker im detaillierten Test, sondern das neue GPS-Triathlon Topmodell von Garmin, nämlich den Forerunner 920xt. Als Nachfolger des Forerunner 910xt hat die Uhr nochmals an Volumen und Gewicht abgespeckt und einige nützliche Features hinzugewonnen, unter anderem auch einen Schrittzähler. Daher ist der Forerunner 920xt genau richtig für ambitionierter Läufer, die die Uhr auch täglich tragen und ihre Schritte gemessen haben wollen. Der Test zeigt, was in dem Multitalent alles schlummert.

Ausstattung, Haptik und Optik

Die 920xt kommt in einer Garmin-typischen Verpackung und lässt schon durch die durchsichte Front erahnen, dass ich mit der GPS-Uhr mehr am Handgelenk tragen werde, als bisher mit meinen getesteten Fitnesstrackern. Durch das eingebaute GPS Modul trägt die Uhr natürlich mehr auf als Geräte ohne diese Funktion, dafür schlägt sich die Uhr aber sehr gut. Mit den 61 Gramm wiegt die Uhr relativ wenig und zeigt die Fortschritte auf dem Gebiet der Gewichtsreduktion (Forerunner 910xt hatte 73 Gramm, der noch ältere Forerunner 305 hatte 77 Gramm). Auch im direkten Vergleich zur GPS-Uhr von Polar mit der V800 schlägt sich Garmin super, denn die V800 bringt schon 79 Gramm auf die Waage. Nach der ersten Anprobe am Handgelenk bin ich überrascht, wie gut sich die Garmin tragen lässt, durch die leicht abgerundete Form bei der Armband-Aufnahme passt sie sich gut der Rundung der Hand an und wirkt nicht störend. Auch das gummierte Armband hat einen guten Tragekomfort und lässt sich mit dem massiven Verschluss gut einstellen. Die Uhr mit dem entsprechend gefärbten Armband gibt es in schwarz/blau und weiß/rot, was nicht wirklich dezent ist. Beim Sport sollte das kein Problem sein, aber wer die Uhr täglich tragen möchte und eher in einer konservativen Branche arbeitet, der könnte sich daran eventuell stören.

Die Bedienung erfolgt über die 4 großen seitlichen sowie die zwei unteren Tasten. Alle haben einen guten Druckpunkt und lassen sich aufgrund der Größe auch beim Laufen gut bedienen. Das Display reagiert dabei sofort und ist auch hell und groß genug, um auch beim schnellen Laufen mit einem kurzen Blick sofort die angezeigten Daten zu erkennen.

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Die Bedienung erfolgt über die 4 großen seitlichen sowie die zwei unteren Tasten. Alle haben einen guten Druckpunkt und lassen sich aufgrund der Größe auch beim Laufen gut bedienen. Das Display reagiert dabei sofort und ist auch hell und groß genug, um auch beim schnellen Laufen mit einem kurzen Blick sofort die angezeigten Daten zu erkennen.

Die Funktionen der Uhr decken dabei nahezu alles ab, was das Triathleten-Herz höher schlagen lässt. Mit schnell gefundenem GPS, Schwimm-, Rad-, Laufeffizienz- und VO2 Max Werten, 24 Stunden Akkulaufzeit im GPS Modus (im Test hält der Akku ca. 2 Wochen), ANT+, Bluetooth LE, WLAN, Beschleunigungssensoren und Smartphone Benachrichtigungen zeigt Garmin, was technisch möglich ist.

In der von mir getesteten HRM-Variante ist auch der Brustgurt beigelegt, der wie die Uhr auch einen Bewegungssensor eingebaut hat. Dadurch lassen sich weitere Lauf-Daten wie Schrittfrequenz, vertikale Bewegung und Bodenkontaktzeit messen.

Der Forerunner 920xt im Alltag

Trägt man wie ich den Forerunner 920xt die ganze Zeit tags und nachts, so kann ich nach ca. einem Monat ein positives Ergebnis ziehen. Die Akkulaufzeit hält trotz einiger 10km GPS-Läufe und eingeschaltetem Bluetooth genau 2 Wochen und die Verbindungsmöglichkeiten zum Smartphone zeigen ihre Stärken. Die zentrale Plattform bei Garmin ist „Garmin Connect“, zu der alle Daten hochgeladen werden (alle Datenschützer weghören). Das geschieht entweder (nach einem Lauf automatisch) per WLAN oder beim Öffnen der Garmin Connect App auf dem Smartphone via Bluetooth. Natürlich gibt es auch noch die klassische USB-Verbindung zur Synchronisation über den Computer, aber ich denke diese Alternative wird bei den meisten Trägern einer solchen Uhr kaum zur Anwendung kommen.

Die Display Ansichten der Uhr lassen sich individuell anpassen und nach Belieben ein und ausblenden. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit versteht jeder die Systematik der Menü-Ebenen und kann die Uhr relativ zügig bedienen. In der ersten Ebene befinden sich folgende Informationen:

  • Display 1: Uhrzeit, Datum, die gelaufenen Schritten sowie ein Aktivitätswarner, der wie bei der Vivofit und Vivosmart bei zu wenig Bewegung Alarm schlägt.
  • Display 2: Eine große Anzeige mit Zielerreichung der Tagesschritte, Kalorien und gelaufenen Kilometern.
  • Display 3: Smartphone Benachrichtigungen, die von diversen Apps angezeigt werden (Mails, Whatsapp, Facebook ect).

Vor allem die Smartphone Benachrichtigungen sind im Alltag wirklich klasse, da mein Handy relativ häufig Nachrichten bekommt/anzeigt und ich mit einem schnellen Blick auf die Uhr entscheiden kann, ob es wichtig ist oder nicht.

Natürlich ist auch ein Schlafmodus mit an Bord und muss manuell gestartet werden. Hier finde ich andere Tracker besser, die automatisch die Schlafenszeiten erfassen und man nicht abends an das „Anschalten“ denken muss.

Leider hat Garmin nicht den klassischen Anzugträger im Kopf gehabt, als die Farben festgelegt wurden. Bei manchen Anlässen habe ich die Uhr nicht getragen, da sie meiner Meinung nach relativ auffällig ist und zu schickeren Anlässen nicht immer passt – hier finde ich die V800 doch um einiges schicker.

Einziger Kritikpunkt, an dem aber Garmin schon arbeitet bzw. gearbeitet hat: Hat man sich außerhalb des Bluetooth-Radius vom Smartphone bewegt und ist zu seinem Handy zurückgekommen, hat sich die Uhr nicht automatisch wieder mit dem Handy verbunden. Anfangs musste teilweise auch immer wieder ein Pairing durchgeführt werden. Mit der neuen Softwareversion hat sich das Problem aber meines Erachtens gelöst, mir ist dieses Problem in der letzten Zeit nicht mehr aufgefallen.

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Der Forerunner 920xt beim Sport

Möchte man nun seine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen, muss man die Tastensperre aufheben und kommt in die 2. Ebene mit einer Auflistung aller Sportarten. Bei diesem Thema kann man bei der Uhr weit ausholen und viel dazu schreiben, ich versuche mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, was mir aufgefallen ist. Fangen wir bei den Funktionen an:

Laufen

  • Live Tracking, damit Freunde & Familie die Position in Echtzeit verfolgen können.
  • Messung des aktuellen Erholungszustands vor dem Laufen.
  • Anzeige der optimalen Regenerationszeit zwischen den Läufen.
  • Laufpotentials bzw. Zeitprognose für alle gängigen Wettkampf-Distanzen.
  • Ermittlung des VO2max-Wertes beim Laufen mit Herzfrequenzsensor. Dieser Wert zeigt die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit in ml/kg pro Minute an, was ein Kriterium für die Ausdauer-Leistungsfähigkeit des Athleten ist.

Schwimmen

  • Über Bewegungssensor: Zuganzahl pro Bahn, Schlagzahl, Schlageffektivität, Schlagidentifikation; Zeit, Geschwindigkeit und Distanz
  • Freiwasser: Standard Schwimmdaten, Zeit, Geschwindigkeit und Distanz, Trackaufzeichnung, Zuganzahl, Zugstrecke, Schlagzahl, Schlageffektivität
  • Automatische Schwimmstilidentifizierung

Fahrradfahren

  • Kompatibel mit Trittfrequenzsensor

Ich habe die Uhr bisher nur beim Laufen ausprobiert (bin kein Triathlet) und konnte nichts Negatives feststellen. Wo meine Forerunner 305 noch 3-5 Minuten für einen GPS Empfang gebraucht hat, meldet sich die 920xt schon nach ca. 20 Sekunden bereit, wahrscheinlich weil neben GPS auch das GLONASS Satelliten System genutzt wird. Für die jeweiligen Sportarten lassen sich die Display Felder und die Abfolge individuell anpassen. Bis zu 4 Messwerte können auf einer Seite angezeigt werden. Selbst bei eintretender Dunkelheit lassen sich die Daten gut ablesen, zur Not kann aber auch die Hintergrundbeleuchtung eingeschalten werden. Mir persönlich sind es teilweise fast schon zu viele Informationen, die mir angeboten werden, aber wer z.B. die durchschnittliche vertikale Bewegung beim Laufen braucht, der kann diese nutzen 😉

Kommt man zu Hause an und beendet eine Aktivität, wird diese gleich per WLAN in Garmin Connect hochgeladen und kann über die App oder das übersichtliche Webportal ausgewertet werden.

Fazit

Mein Test der Forerunner 920xt hat gezeigt, dass Garmin alle Register gezogen und die Uhr mit allen neuen Funktionen ausgestattet hat. Vor allem ist der Spagat aus Triathlon-Uhr und Alltagstauglichkeit gut gelungen – genau das Richtige für jemanden, der ambitioniert trainiert und zusätzlich noch die Features eines normalen Fitnesstrackers inkl. der Smartphone Benachrichtigungen haben möchte. Natürlich lässt sich das Garmin mit ca. 400€ entsprechend vergüten, wobei in dem gleichen Segment die Polar V800 HR mit derzeit ca. 300€ auch einen stattlichen Preis aufruft. Allerdings denke ich, dass für einen ambitionierten Sportler der Preis nicht ganz so schwer ins Gewicht fällt, wenn man seinen Begleiter täglich am Handgelenk trägt. Ich habe meine 920xt auf jeden Fall lieb gewonnen 🙂

   

Positives

– Angenehmer Tragekomfort

– Lange Batterielaufzeit (2 Wochen)

– Neuste Features

Negatives

– Eventuell für manche zu klobige

– Keine dezenten Farben

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