Einzeltest iHealth Activity Tracker

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Der iHealth Activity Tracker geht für ca. 40€ über die Ladentheke und siedelt sich damit im unteren Preissegment an. Dass das aber kaum Auswirkungen auf die Leistung des Trackers hat, zeigt der folgende Test.

Ausstattung

2014-10-04 11.43.22iHealth hat einen guten Lieferumfang in die Box gepackt. So sind neben 2 Armbändern (blau & schwarz) auch 2 Taillenclips (blau & schwarz) und ein Band für das Schlaftracking beigelegt. Geladen wird per Mini-USB-Kabel. Der Tracker hat einen Bluetooth 4.0 Chip an Board und kann so seine Daten synchronisieren.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des iHealth Trackers funktioniert recht einfach. Activity Tracker laden, ein Druck auf den Bedienknopf auf der Seite und es erscheint die Meldung „Install App to connect“. Nachdem die „iHealth My Vitals App“ aus dem Playstore geladen wurde und Bluetooth eingeschalten wurde, muss kurz ein iHealth-Account angelegt werden und kurz darauf findet die App den Tracker zum Paaren.

Das Display informiert über die Schritte, zurückgelegte Distanz, verbrannte Kalorien und natürlich die Uhrzeit und den Akkustand. Auch eine kleine Motivationshilfe in Form eines kleinen Männchens vor einer Sieger-Tribüne ist mit an Bord.

Auswertungsmöglichkeiten

App „iHealth My Vitals“

2014-10-04 11.57.28Liegt man abends auf dem Sofa und möchte seine Daten auf das Gerät synchronisieren, kann man dazu die Bluetooth Verbindung einschalten und durch manuelles Anstoßen des Sync-Vorgangs die Daten auf die iOS- oder Android App übertragen. Das muss aber nicht regelmäßig durchgeführt werden, da der iHealth Activity & Sleep Tracker die Daten bis zu 14 Tagen speichern kann. Zum Glück, denn mein Nexus 5 hat nur sporadisch eine Verbindung zum Tracker herstellen können.

Der Aufbau der App ist nicht gleich intuitiv. Auf der ersten Seite habe ich einen „Versuch von Dashboard“, auf dem mir mein Blutdruck-, Gewicht-, Aktivitäts- und Schlaf-Trend in einer Kachel angezeigt wird. Dass ich die ersten beiden nicht nutzen und löschen möchte, kann ich der App aber nicht mitgeben. Daher muss ich immer zu meiner Aktivitäts-Übersicht scrollen.

Auf der zweiten Seite habe ich wieder 4 Kacheln. Unter „Blutdruck“ und „Gewicht“ kann ich manuell die entsprechenden Werte eingeben. „Aktivitäts-Tracker“ zeigt mir die Schritte/Kilometer/Kalorien sowie bei einer Wischbewegung ein Balkenchart der Aktivitätsintensität. Wann ich aber wie viel Kilometer gelaufen bin, kann ich hier nicht erkennen. Die letzte Kachel „Schlafen“ gibt in Form eines Balkencharts den Verlauf des Schlafes wieder.

In den Einstellungen kann ich leider nur rudimentäre Einstellungen zur Anzeige von Einheiten vornehmen. Warum „Behördliche Bestimmungen“ mit Screenshots von Siegeln oder das „Urheberrecht“ auf gefühlten 50 Seiten im Fließtext in den Einstellungen auftauchen, erschließt sich mir vorerst nicht. Ich hätte hier eher die manuelle Justierung der Schrittlänge (gibt es nicht) oder die Weckfunktion (ist in der Kachel Schlafen unten versteckt) vermutet, leider beides hier Fehlanzeige.

Internetportal „iHealth Cloud“

Auch über das Internetportal von iHealth „iHealth Cloud“ kann man auf seine Daten zugreifen, allerdings kann man von einem Dashboard mehr erwarten. Die Sprache ist nur in Englisch, die Einstellungen, die ich in der App bereits gemacht habe, muss ich nochmals eintragen, es wird nur ein Chart ohne Skalierung zu Beginn gezeigt, dafür aber die verbrauchten Kalorien mit 7 Nachkommastellen über den Seitenrand hinaus. Hier liefern andere Hersteller einen besseren Nutzen für den Kunden.

Schlafanalyse

Um den eigenen Schlaf mit dem iHealth Activity Monitor zu überwachen, muss der Nutzer den Tracker mit einem langen Druck auf den Bedienknopf vor dem Schlafengehen in den entsprechenden Modus versetzen. Dann wird ermittelt, wie lange ich zum Einschlafen brauche und wie viel Zeit ich geschlafen habe. Nach dem Aufstehen sollte der Tracker wieder mit einem langen Druck auf den Button in den Aktivitätsmodus versetzt werden.

Der iHealth Activity Tracker beim Sport

Will man den iHealth Activity Tracker beim Sport tragen, so muss man unterscheiden, welche Sportart man machen und wo man den Tracker tragen möchte. Bei einer Jogging-Runde sollte die große Uhr mit mehr als vier Zentimeter Durchmesser keine Probleme an der Hand bereiten. Bei Sportarten mit viel Handgelenk-Bewegung ist der Tragekomfort allerdings sehr gering. Verstärkt wird das zusätzlich durch die versetzen Befestigungen des Armbands an der Uhr.

Daher empfiehlt es sich, den Activity Tracker als Clip an Hosenbund oder Gürtel zu tragen. Dabei misst er auch noch sehr genau und sitzt durch eine starke Klammer fest an seiner Stelle. Natürlich hat man so keinen Blick auf das Display und kann beim Sport / im Alltag nicht die Uhrzeit oder Distanz abrufen. Das dürfte aber im Freien und bei Sonne schwer sein, denn in meinem Test konnte ich auf dem stark spiegelnden Display kaum etwas erkennen.

Des Weiteren ist der Tracker nur spritzwasserresistent, daher sollte man beim Duschen oder gar Schwimmen das Gerät ausziehen.

Genauigkeit der Messung

Die Genauigkeit bei der Distanzmessung ist leider nicht die Parade-Disziplin des iHealth Activity Tracker, was vor allem beim Joggen offensichtlich wurde.

100-Schritte-Test

Bei diesem Test liegt der Tracker noch auf dem Niveau von anderen Wettbewerbern. Bei den beiden Tests lagen die Schritte am Handgelenk bei 94 und als Clip am Hosenbund bei 97.

Jogging

Auch hier habe ich wieder meinen Test mit beiden Trageorten ausgeführt. Bei der ersten Jogging-Runde mit dem Tracker am Handgelenk hat mir der Tracker anstatt der 9,4km (GPS Messung) nur 4,18 angezeigt. Das Delta von 55% ist ein Wert, der schon massiv daneben liegt. Beim Tragen als Clip konnte der Tracker seine Ungenauigkeit ein bisschen eingrenzen, wobei anstelle der 7,5km nur 5,84km angezeigt wurden, also 22% Abweichung.

Fazit

Der iHealth Activity Tracker bietet für seinen niedrigen Preis die Funktionen, die auch die teureren Wettbewerber verbaut haben. Auch weitere Gesundheitsdaten lassen sich mit dem Gerät koppeln und über die App / das Internetportal auswerten. Allerdings sammelt der Tracker aber an anderen Stellen Minuspunkte – sei es durch die Plastik-Haptik, die unzureichende Benutzerführung, die ungenaue Schrittzählung oder das klobige Armband. Daher eignet sich der Tracker hauptsächlich für diejenigen, die einen günstigen Tracker suchen, der hauptsächlich als Clip getragen wird und nur die Basis-Auswertungsmöglichkeiten bietet.

Positives

– Sehr günstiger Preis

 

Negatives

– Display spiegelt bei Sonneneinstrahlung

– Messergebnisse nicht genau

– Schlechte Auswertungsmöglichkeiten

– Unbequem zu tragen