Misfit Flash – der Einstiegs-Fitnesstracker für 50€

flash_sportband_zest_verticalNach meiner ersten negativen Erfahrung mit der Misfit Shine habe ich mich trotzdem nochmal an den Hersteller gewandt und ein Testexemplar der günstigeren Misfit Flash bekommen. Mit einem Preis von ca. 50€ (Amazon) zählt der Fitnesstracker mit zu den günstigsten Produkten seiner Art und dient vor allem denjenigen, die mit einem einfachen Tracking einsteigen wollen. Wie sie sich gegenüber der Shine schlägt und was man für den Preis bekommt, verrät mein Test.

Ausstattung

Beim Auspacken der Misfit Flash wird der erste Unterschied zur Misfit Shine gleich offensichtlich. Wie schon der Misfit Shine besitzt auch der Flash mehrere LEDs auf der Oberseite, die neben der Uhrzeit auch den bisherigen Trainings-Fortschritt anzeigen können. Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, zeichnet der Tracker Schritte, verbrannte Kalorien und die Schlafqualität auf. Ausgewertet werden können die Daten dann in der kostenlos zur Verfügung stehenden Misfit-App.

Obwohl der Preis von nur 50 Euro sehr weit unten angesetzt ist, kann der Misfit Flash bis zu einer Tiefe von 30 Metern unter Wasser genutzt werden. Da zudem eine herkömmliche Knopfbatterie für die Stromversorgung zuständig ist, fällt das regelmäßige Laden aus – ungefähr vier Monate hält die Batterie der Flash. Leider sieht man der Flash auch den Preis an, mit dem Plastik Design gewinnt die Uhr keinen Design-Wettbewerb. Hier war die Misfit Shine mit dem aus Aluminium gefrästen Gehäuse um einiges wertiger. In der gleichen Haptik und Verarbeitungsqualität ist der in der Packung beiliegende Klipp zum Tagen am Hosenbund.

Die Bedienung erfolgt über einen Druck auf das Display, wo ein Druckpunkt zu spüren ist. Beim Druck wird zuerst die Uhrzeit mit Hilfe der LEDs angezeigt, indem die 3, 6, 9 und 12 Uhr LEDs zur Orientierung leicht leuchten, die aktuelle Stunde dauerhaft hell leuchtet und die Minuten Blinken. Eine genaue Uhrzeit lässt sich so nicht ablesen, aber meist reichen auch die 5-Minuten Schritte der Flash. Nachdem die Uhrzeit für paar Sekunden angezeigt wird, wird danach die Erreichung des Tagesziels angezeigt. Alle 12 LEDs bedeuten 100%. Bei den Tageszielen rechnet die Flash alles in Punkte um, um mehrere Sportarten miteinander vergleichen zu können – allerdings werden zum Glück auch die einzelnen Kategorien wie Schritte / Kalorien / Kilometer angezeigt.

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Die Misfit Flash im Alltag

Im Alltag gefällt Misfit Flash durch das angenehme Tragegefühl, die Uhr fällt nicht auf und ist mit 14g relativ leicht. Auch der Verschluss hält gut und nie wurde aus Versehen das Armband gelöst. Ein weiterer Pluspunkt ist die automatische Erkennung von Aktivitäten und Schlaf. Somit kann man die Flash tragen, ohne sich Gedanken zu machen, dass man den Schlafmodus oder das Tracking einschalten müsste.

Nur die App ist im Vergleich zu den anderen Herstellern auf eine minimale Darstellung der Daten beschränkt. Mir sind vor allem folgende Punkte negativ aufgefallen:

  • Zwar werden Aktivitäten automatisch getagged und sind ohne manuelles Zutun sofort in der App sichtbar. Wie viele Schritte oder Kilometer man allerdings in dieser Zeit geschafft hat, bleibt offen – nur die Punkte werden angezeigt. Mangels Umrechnungstabelle weiß der Sportler also nicht, wie weit er bei seiner sportlichen Aktivität gelaufen ist.
  • Genauso ist die Messung des Schlafs nicht sehr anschaulich dargestellt, die Grafik lässt viele Möglichkeiten für Interpretationen des Users.
  • Ab und zu gab es Probleme mit der Synchronisation der Daten, es wurde keine Verbindung hergestellt und die Messdaten ließen sich nicht auf das Smartphone laden.
  • Die Skalierung der dargestellten Schritte verändert sich auf so ein hohes Maß, das teilweise gar kein Ausschlag zu sehen ist.
  • Die Rechtsschreibung ist teilweise falsch und es lässt sich nicht das 24Std. Format ändern, man muss sich an die amerikanische am/pm Schreibweise gewöhnen.

Somit lässt sich die App als noch nicht ausgereift bezeichnen, vielleicht eine Auswirkung des geringen Preises.

Bei der Messgenauigkeit konnte mich die Flash auch nicht überzeugen. Bei dem 100-Schritte-Test zählte die Uhr nur 62 Schritte. Daher muss man mit einer größeren Ungenauigkeit bei dieser Uhr im Alltag rechnen

Beim Sport

Für Sport lässt sich die Misfit Flash nicht nutzen, da kein Display vorhanden ist und neben der Uhrzeit nur die Erreichung des Tagesziels dargestellt wird. Die Flash ist eher für Leute gedacht, die rein ihre Schritte messen wollen und sich auf die Tagesbilanz konzentrieren.

Die Messgenauigkeit auf größeren Strecken wurde auch beim Sport bestätigt. Bei 3 Jogging Runden wurde im Durchschnitt eine Genauigkeit von 69,2% verglichen zur GPS Messung erreicht. Somit kann auch hier die Flash nur als grober Anhaltspunkt oder Vergleich zwischen den Tageswerten dienen.

Fazit

Die Misfit Flash bietet für den geringen Preis einen guten Einstieg in die Welt der Fitnesstracker. Wer sich nicht um Akku und das manuelle Markieren von Aktivitäten/Schlaf kümmern möchte, der kann die Flash unbesorgt für ein Langzeittracking nutzen. Durch den guten Tragekomfort fällt die Uhr dabei kaum auf. Die Schwachstelle liegt bei der Flash vor allem in der App, die zu wenig Details bietet und wenig Details liefert. Zudem ist die Plastik-Optik nicht sehr ansehnlich und die Genauigkeit der Messergebnisse ist nicht sehr hoch.

Als Alternative kann die Garmin Vivofit näher in Betracht gezogen werden. Sie kostet nur ca. 30€ mehr, misst sehr genau, hat zusätlich ein Display und bietet bis zu einem Jahr Akkulaufzeit.

Positives

– Günstiger Preis

– Lang anhaltender Akku

– Wasserdicht

Negatives

– Keine hochwertigen Materialien

– App sehr rudimentär und teilweise fehlerhaft

– Ungenaue Schrittmessung

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