Einzeltest Misfit Shine

Heute möchte ich über meine Erfahrungen mit der Misfit Shine berichten, die als Crowdfunding-Projekt gestartet ist und es bis zur Marktreife geschafft hat. Leider konnte mich das Gerät aufgrund einer nicht funktionierenden Kopplung nicht ganz überzeugen.

Ausstattung

Ein guter Packungsinhalt mit Magnet-Klipp und Gummi-Armband

Ein guter Packungsinhalt mit Magnet-Klipp und Gummi-Armband

Die Misfit Shine sticht aufgrund der runden Form heraus, da die meisten Fitnesstracker doch eher wie klassische Uhren oder Armbänder aussehen. Die Shine besteht aus 2 Aluminium-Schalen, die im Inneren den 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Bluetooth 4.0, 12 LEDs und eine Knopfzelle als Energiequelle beinhalten. Dabei wiegt die Shine nur 10 Gramm und ist von der Größe her mit einer dicken 1-Euro-Münze zu vergleichen. Da ein Display nicht vorhanden ist und die Informationen mittels energiesparender LEDs angezeigt werden, soll die Batterie auch bis zu 4 Monate halten. Somit muss man sich vorerst keine Gedanken über ein regelmäßiges Laden machen. Wie man die Shine tragen möchte, kann jeder Nutzer selbst entscheiden, denn es sind 2 Halterungen in der Packung enthalten. Einmal als Klammer, mit der der Tracker über einen Magneten an der Hose halten soll, oder mittels Armband am Handgelenk wie eine Uhr. Außerdem kann man als Extras käuflich ein Lederband sowie eine Halskette erwerben, die weitere Spielräume lassen.

Inbetriebnahme – die (never) ending story

In der rechten Schale ist der Batterie-Kontakt zu erkennen

In der rechten Schale ist der Batterie-Kontakt zu erkennen

Zur Inbetriebnahme muss mit Hilfe eines beigelegten Werkzeuges die Misfit Shine aufgemacht werden, um die CR2032-Batterie einzulegen. Danach kann diese wieder zugedrückt werden und soll aufgrund der eingebauten Dichtung bis zu 50 Meter wasserfest sein. Damit ist das durchgehende Tragen kein Problem. Der nächste Schritt, den jeder Nutzer machen würde, ist zu versuchen das Gerät anzuschalten. Bei der Misfit Shine ist nur leider kein Bedienknopf vorhanden, die Befehle sollen per „Fingertipp“ auf die Schale an das Gerät übermittelt werden. Da sich anfangs bei mir nichts getan hat, musste ich nochmals das Gerät aufmachen und die Batterie sowie die Kontakte justieren. Der zweite Anlauf hat zwar die LEDs zum Leuchten gebracht, aber das Fingertippen ist beim mir häufig in ein wildes Klopfen ausgeartet, da die Misfit Shine nicht auf meine Befehle reagiert hat. Auch die beigefügte Kurzanleitung im IKEA Stil hilft nicht wirklich weiter. Falls jemand das Handbuch sucht, hier kann es gefunden werden.

Leicht gefrustet habe ich mir Abhilfe durch die Einrichtung per Android App erhofft, die vielleicht auch die Bedienung genauer beschreibt. Nach dem Einloggen per Email-Adresse werden die persönlichen Daten wie Gewicht, Größe Geburtsdatum und Geschlecht abgefragt. Anschließende wird eine Bluetooth-Verknüpfung mit der Shine hergestellt – in der Theorie. Bei mir zeigt eine Fehlermeldung an, dass mein Gerät leider nicht verbunden werden kann. Okay, kann ja nicht so schwer sein, vielleicht muss die Misfit Shine aktiv sein und die LEDs leuchten. Zahlreiche Koppelungs-Versuche und Handy-Neustarts später habe ich es vorerst aufgegeben.

Leider ist keine Verbindung möglich, wenn die Shine bereits registriert wurde.

Leider ist keine Verbindung möglich, wenn die Shine bereits registriert wurde.

Es wird der Hinweis gegeben, dass die Shine von allen Konten getrennt sein muss, damit sie verbunden werden kann. Vielleicht habe ich ein Gerät bekommen, was bereits von jemanden anderen genutzt wurde? Also versuche ich mich im Trennen der Verbindung. Die Anleitung sagt, dass man in der App in die Einstellungen muss, nur leider stecke ich bei dem Koppelungsversuch fest und habe gar keine Einstellungen. Hier passt die Anleitung nicht zur App.

Nun richtig gefrustet nutze ich die Möglichkeit, den Kundendienst zu. Nach einem Tag erhalte ich auch die erste Reaktion mit Anweisungen wie „Batteriestand prüfen“ oder „Bluetooth anschalten“. Mein Highlight ist aber “Double-tap your Shine before tapping on ‚Tap to link’” gefolgt von dem Hinweis “If your device takes too long searching for Shine, please double-tap Shine a few more times”. Okay, also auf der Shine klopfen, und wenn es nicht geht, weiter machen.

Ich habe in einer Antwort-Mail sofort mein Problem beschrieben, und hoffte auf eine ebenso zügige Antwort. Nur Fehlanzeige, es kam vorerst nichts. Daher habe ich mich ohne einen „regulären Test“ des Geräts dazu entschieden, meine Shine zurück zu schicken, an der Inbetriebnahme gescheitert.

Nach 20 Tagen, man mag es kaum glauben, kam die Auflösung vom Support. Mein Gerät war über eine andere Mail bereits registriert und konnte deswegen nicht mit einem neuen Account gekoppelt werden. Diese Antwortdauer war mir zu lang.

Fazit

An sich ist die Misfit Shine ein interessanter Ansatz einen Fitnesstracker zu verpacken. Durch die geringe Form kann die Misfit Shine an fast allen Positionen am Körper getragen werden und erfasst daher viele Sportarten. Auch die Ausdauer der Shine ist vorbildlich mit den angegebenen 4 Monaten. Das minimalistische Design fordert aber seinen Tribut, die Handhabung ohne einen Bedienknopf lässt den Nutzer im Unklaren, ob seine Befehle wirklich ankommen. Vielleicht spielt sich das nach einer gewissen Zeit ein, allerdings war es mir nicht möglich das zu testen. Der Service sollte zudem viel schneller auf solche Verbindungs-Probleme reagieren, die eigentlich häufiger vorkommen müssten. Daher kann ich die Uhr nur bedingt empfehlen, wer allerdings mehr Zeit bei der Ersteinrichtung mitbringt, der kann für ca. 100€ hier einen wertigen Tracker bekommen.

Positives

– Außergewöhnliches Design / Farben

– Viele Tragemöglichkeiten

– Lange Batterielaufzeit

Negatives

– Einrichtung klappt nicht

– Bedienung umständlich

Galerie