Einzeltest Polar Loop

Die Loop ist in 3 Farben verfügbar

Die Loop ist in 3 Farben verfügbar (Bild Polar)

Die Loop ist ein Fitnesstracker des renommierten Laufuhrhersteller Polar und soll dem Hersteller das Produktspektrum auf die Fitnesstracker erweitern. In wie weit Polar das Knowhow von den GPS-Uhren auf die Loop übertragen kann, soll in dem Test in Erfahrung gebracht werden.

Ausstattung

Die Polar ist eine relativ schlichte und schicke Uhr, die nicht sonderlich auffällt. Das schwarze Gummiarmband wird nur im Bereich der LED-Anzeige durch zwei kleine Chrome-Einlagen aufgewertet. Neben dem Tracker an sich ist in der Verpackung nur ein USB-Ladekabel mit einem Polar-eigenen Ladestecker auf der Uhr-Seite vorhanden. Eine kleine 2-Seitige Anleitung gibt Aufschluss, dass man sich auf flow.polar.com/loop anmelden soll und wie man das Armband auf die passende Länge zuschneiden kann.

Inbetriebnahme

Um die Uhr in Betrieb zu nehmen, muss die Uhr zuerst geladen werden, was sich als umständlich heraus stellte. Da die Ladekontakte auf der Rückseite der Uhr liegen, das Uhrenband relativ starr ist und somit das Ladekabel leicht gebogen wird, springt der Stecker bei einer leichten Berührung heraus.

2014-09-30 20.11.55Als nächste Aufgabe wartet das korrekte Zuschneiden des Armbandes. Die Garmin Loop wird in der Maximallänge geliefert und jeder Träger soll sich mit dem beiliegenden Werkzeug sein Band auf die gewünschte Länge zuschneiden. Zwar hat man nach dem korrekten Kürzen ein Armband mit einer Schließe, wie man es bei normalen Uhren mit Metallband kennt, allerdings fehlt jeglicher Spielraum, wenn man das Armband doch einmal weiter braucht. Das können andere Hersteller mit einem selbst zu justierenden Armband besser.

Die Bedienung der Uhr soll über einen kleinen Knopf seitlich vom Display erfolgen. Dieser hat leider keinen Druckpunkt und reagiert auf Berührung, was manches Mal zu einem wilden Klopfen auf der Uhr führt, wenn trotz Berührung das Display nicht angeht. Hier wäre richtiger Bedienknopf mit Druckpunkt eine bessere Lösung gewesen.

Zum Start werden 2 Programme benötigt: Die Polar FlowSync Software für den Computer ermöglicht das Synchronisieren per USB-Kabel, die passende App von Polar macht das gleiche per Bluetooth und stellt die gesammelten Daten dar. Leider klappte der Datenabgleich per Bluetooth erst nach einigen Neustarts meines Handys, was die Vorfreude auf das Gerät zuerst getrübt hat.

Auswertungsmöglichkeiten über das Polar Flow Portal

Das Polar Portal gliedert sich in die Bereiche Feed, Erforsche, Tagebuch und Fortschritt, auf die ich hier näher eingehen möchte

Feed: Feed soll mir laut Beschreibung zeigen, was ich als letztes getan habe und was meine Freunde an sportlichen Aktivitäten getrieben haben. Der Versuch, die Facebook-Beiträge in die sportliche Welt zu übertragen. Da ich hier noch keine Freunde habe und meine Aktivitäten nicht dargestellt werden, ein für mich unnützer Menüpunkt.

Erforsche: Auf einer Google Maps Karte kann ich mir die Routen von öffentliche Profilen ansehen. Diese kann man „nacherleben“, d.h. man bekommt ein automatisch zusammengeschnittenes Video der Aktivität präsentiert, was Informationen wie Pace, Zeit, Dauer mit dem Userprofil und Bildern aus der Google Datenbank kombiniert. Eine sehr schicke Animation, allerdings stelle ich mir die Frage nach dem Nutzen. Ich möchte nicht meine Aktivitäten öffentlich zeigen (man kann relativ leicht Wohnort/Arbeitsplatz/Laufstrecke/Name herausfinden) und meine Routen schaue ich mir auch selten an.

Tagebuch: Das ist der Punkt, in dem ich meine Daten hübsch aufbereitet erwartet, leider Fehlanzeige. Polar zeigt zuerst einen leeren Kalender. Hier können die geplanten Aktivitäten händisch eingegeben werden. Nur wenn die Loop einen Brustgurt erkennt und gekoppelt wird, wird automatisch eine Aktivität angelegt. Somit ist die Anzeige eher für den Sportler gedacht, der sich ein Training zusammenstellen will und mit dem Brustgurt trainiert. Erst am unteren Ende der Seite befindet sich die Tageszusammenfassung mit der Auflistung der einzelnen Werte. Hier sieht man ganz klar, dass Polar den Schwerpunkt bei der Loop anders als die Wettbewerber gelegt hat, die Uhr möchte eher Partner beim Training sein als ein reiner Schrittzähler. So gibt es auch Hinweise, mit welchen Sportarten man beispielsweise noch sein Tagesziel erreichen kann.

Fortschritt: Wie der Name es schon verrät, soll der Nutzer hier eine Übersicht über seine Aktivitäten erhalten. In Form von Wochen oder Monatsübersichten kann man sich verschiedene Angaben wie Einheiten, Dauer, Distanz, Kalorien, Sportzonen oder Leistungszonen anzeigen lassen. Das betrifft aber nur die manuell erfassten Aktivitäten, nicht die ständig aufgezeichneten Daten.

Smartphone App

Die Smartphone App von Polar hinkt leider anderen Herstellern hinterher. Die einzige Visualisierung ist die kreisförmige Darstellung der Tagesaktivitäten, die recht schwer zu analysieren ist. Ein Balkendiagramm mit der Uhrzeit auf der X-Achse und den Ausschlägen bei Aktivität auf der Y-Achse sucht man vergebens. Die Tageswerte werden zwar in Zahlen unterhalb gezeigt, aber man kann nicht genau sagen, wann was gemessen wurde. Daher ist die Analysemöglichkeit mit der App nur eingeschränkt möglich.

Wie schlägt sich die Polar Loop beim Sport

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Die Polar Loop im großen Vergleichstest

Beim Sport spielt die Polar Loop ihre Stärke aus und setzt sich von den Wettbewerbern ab, da man sie mit bestimmten Brustgurten koppeln kann (Polar empfiehlt die Polar H6 und H7 Bluetooth Smart Herzfrequenz-Sensoren). Somit ist sie eine gute Alternative für Hobby-Sportler, die noch vor dem Kauf einer teuren Sport-Uhr zurückschrecken.

Auf dem Display lassen sich Kalorienverbrauch, Zahl der Schritte, Uhrzeit und der Aktivitätsstatus abrufen. In Kombination mit dem Brustgurt werden auch der Puls und das Trainingslevel angezeigt. Leider ist die Anzeige nur in Englisch und bei Tageslicht schwer zu erkennen. Bei mir hat der Akku 4 Tage gehalten, was auch noch ein akzeptabler Wert ist.

Wie genau misst die Polar Loop

Ein wichtiges Thema bei den Trackern ist die Messgenauigkeit, denn nur bei einer groben Annährung an die tatsächlichen Werte kann auch die Aussage stimmen. Bei dem 10km Test zeigt mir die Uhr leider nur 7km an, eine Möglichkeit zur Adjustierung der Schrittlänge ist leider nicht vorgesehen, daher kann man nur mit dem Einheitsmaß Vorlieb nehmen.

Fazit

Die Polar Loop hat im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern von Fitnesstrackern eine andere Zielgruppe im Visier. Polar will eher dem Sportler eine Uhr „an die Hand geben“, mit der er seine sportlichen Aktivitäten besser tracken und analysieren kann. Ein Nebenprodukt ist dabei eher die Aufzeichnung der täglichen Bewegungsdaten. Vor allem die Möglichkeit, einen Brustgurt in Kombination zu verwenden, gefällt bei der Loop. Leider besteht noch Potential bei der Software, die vor allem in der Google App noch nicht ganz ausgereizt ist, ein übersichtliches Dashboard sucht man vergebens. Auch viele Kleinigkeiten wie der Ladesstecker, das zu beschneidende Armband mindern den Gesamteindruck. Allerding ist das Preisniveau unschlagbar, die schwarze Uhr kann derzeit für 69€ bei Amazon erstanden werden.

Positives

– Relativ schicke Uhr

– Kombinierbar mit Puls-Brustgurt

– Gut für Sportler, die mit Trainingsplan arbeiten

Negatives

– Einrichtung Armband umständlich

– Software ausbaufähig

– Analysemöglichkeiten fehlen für 24h Stracking

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