Garmin Vivofit - Der ausdauernde Fitnesstracker

In meinem ersten Test werde ich die Garmin Vivofit ausführlich testen und meine Erfahrungen zum Tracker schildern. Die Uhr soll mit einer Akkulaufzeit von ca. einem Jahr extrem ausdauernd sein, was ich in meinem einwöchigen Test nicht ganz erreichen werde, aber schön zu wissen, wenn man sich erstmals keine Gedanken um das regelmäßige Aufladen machen muss.

Tag 1

Wird die Vivofit aus der Verpackung genommen, findet man 3 Teile – die Messeinheit mit Sensor und Display, ein kleineres Armband für kleinere Handgelenk-Umfänge, und einen Micro-Bluetooth-Dongle zur Verbindung mit dem Computer. Das Armband ist eine Mischung aus Gummi und Hartplastik (hier war die Adidas Fit Smart angenehmer zu tragen), allerdings ist die Uhr aufgrund des schmalen Bandes nicht störend und sitzt gut. Aufgrund der 25 Gramm wackelt auch nichts am Handgelenk.

Packungsinhalt mit Armband in 2 Größen

Packungsinhalt mit Armband in 2 Größen

Das E-Ink-Display lässt sich aus allen Richtung gut ablesen und besitzt keine Beleuchtung. Zudem liegt nur eine kleine Anleitung bei, wie das Geräteinzurichten ist, eine ausführliche Anleitung muss sich der Käufer selber online suchen. Die Bedienung über den einzigen Bedienungsknopf lässt aber auf eine einfache Bedienung schließen. Beim Start der Uhr wird sofort auf dem Gerät „PAIR“ angezeigt, also Dongel in den PC und mit dem bestehenden Account bei Garmin Connect eingerichtet. Die Synchronisierungssoftware dazu ist Garmin Express, wo nochmals kurz Alter, Gewicht, Größe und ein paar Parameter bestätigt werden müssen. Auch ein Software Update ist verfügbar und wird ohne Probleme auf die V3.0 aufgespielt.

Also werden sofort die ersten Runden in der Wohnung gedreht. Dabei fällt auf, dass die Uhr nicht sofort los zählt, sondern erst mit einem leichten Versatz die ersten Schritte angezeigt werden. 15 Schritte einmal durchs Wohnzimmer – weitere 23 ins Bad – und gleich wieder zurück. Macht erst einmal Spaß. Im Büro fällt mir dann ein roter Balken am oberen Rand auf, der alle 15 Minuten zunimmt und mir mitteilt, dass ich zu lange gesessen bin und mich bewegen sollte. Mir erschließt sich allerdings nicht, wie weit ich mich bewegen soll, ein Weg zur Kaffee-Maschine und zurück hat außer ein paar Schritte mehr nichts bewirkt. Aber besser als nichts, so langsam komme ich meinem ersten Tagesziel von 7.500 Schritten näher.

Erster Vergleichstest: Garmin Vivofit – Garmin Forerunner 305 – Runtastic (Smartphone)

Da ich abends noch ca. 5.000 Schritte von dem Tagesziel entfernt bin, beschließe ich auch gleich meinen ersten Vergleichstest draußen durchzuführen. Dazu verbinde ich die Vivofit mit dem Brustgurt, den ich schon von meinem Garmin Forerunner 305 habe. Die Vivofit lässt sich nämlich mit allen ANT+ Gurten koppeln. Dazu muss in den Geräteinstellungen im Garmin Connect Portal die Funktion aktiviert werden, nach einer Synchronisation (einfach langes Drücken des Bedienknopfes) habe ich auf dem Fitnessband schon einen weiteren Menüpunkt mit meinem Puls – also Laufschuhe an, das Vergleichsgerät Forerunner 305 mit GPS auch ans Handgelenk und zur Sicherheit auch nochmal das Handy mit Runtastic in die Hosentasche.

100-Schritte-Test

Mein erster Test für die Vivofit ist der 100-Schritte-Test. Ich laufe 100 normale Schritte und zähle mit. Die Uhr bleibt bei 101 Schritten stehen, also nahezu Punktlandung.

Jogging-Test (2 Kilometer)

Nun geht es auf eine weitere Distanz, aufgrund der Abenddämmerung nur eine kleine 2 Kilometer Runde. Die Messung des Forerunners hat am Ende genau 2 Kilometer, auch Runtastic zeigt mir das gleiche Ergebnis an. Die Vivofit dagegen weist 2,24 km aus, danke für die 12% längere Laufstrecke.

DIe Garmin Vivofit in der Verpackung

Die Garmin Vivofit in der Verpackung

Zeit sich zu bewegen

Zeit sich zu bewegen

Vergleich Forerunner 305 vs. Vivofit

Vergleich Forerunner 305 vs. Vivofit

Screenshot_1

Weitere Punkte

Zudem ist mir heute noch folgendes aufgefallen:

  1. Den Zähneputzen-Test hat die Uhr nicht bestanden. Alleine diese Handlung hat mir heute ca. 700 Schritte gebracht, obwohl ich ruhig vor dem Spiegel stand….
  2. Fahrradfahren hat keine Auswirkung auf den Schrittzähler
  3. Der Schrittzähler setzt sich um 24 Uhr auf 0 zurück.
  4. Die gleichzeitige Messung mit Vivofit und Forerunner wird nach der Synchronisation von beiden Geräten im Garmin Portal nur als „Gehen“ von der Vivofit angezeigt.
  5. Gleich am ersten Tag wurde ich in Garmin Connect zur Challenge mit weiteren Teilnehmern eingeladen, mit denen ich nun die folgenden 5 Tage um Schritte kämpfen soll.

Meine Schlaphphase nach der ersten Nacht

Meine Schlafphase nach der ersten Nacht

Tag 2

Schlafphase

Die erste Handlung heute Morgen war das Hochladen der Schlafaktivität. Das ist der einzige Bereich, über den ich bisher noch keine Informationen habe. Ich sehe nun, dass ich mich wohl nachts um 5:20 Uhr und in den frühen Morgenstunden mehr bewegt habe, aber mehr Informationen kann ich dem Chart erst einmal nicht abgewinnen. Hier wird ein Vergleich über mehrere Tage hoffentlich weiteren Aufschluss bringen.

Android App

Vor dem Weg zur Arbeit habe ich zudem auch noch die Garmin Connect App im Playstore herunter geladen und mich mit meinem Account eingeloggt. Das Design und die Funktionalität ist im Look and Feel des Web-Portals gehalten, die verschiedenen Kacheln geben im Dashboard Design die Charts und Auswertungen in einer übersichtlichen Art wieder. Auch die Synchronisation mit dem Handy (Nexus 5) per Bluetooth erfolgt schnell und reibungslos. Alles leicht verständlich und so wie es sein soll.

Jogging

Meine erste Tagesbilanz zeigt den Sport am Abend nicht ausreichend

Meine erste Tagesbilanz zeigt den Sport am Abend nicht ausreichend

In der Mittagspause bin ich 7,6 km gejoggt und habe wieder einen Vergleich mit meinem Garmin Forerunner 305 durchgeführt. Erste Erkenntnis nach dem Laufen war die automatische Erkennung meiner Aktivität, die auch in Garmin Connect gleich angezeigt wurde. Allerdings wurden mir ca. 2,2 km mehr an Laufleistung angezeigt – somit funktioniert die automatisch eingestellte Schrittlänge noch nicht. Allerdings kann man im Menü durch die Angaben von Distanz und Schritten die Schrittlänge für Gehen und Laufen individuell berechnen lassen, was ich für Laufen machen werde.

Sport am Abend

Die erste Tagesbilanz übertrifft das Tagesziel schon deutlich, trotzdem werde ich heute Abend noch Sport in Form von einem Zirkeltraining machen. In den 75 Minuten soll ich ca. 1.600 Schritte gemacht, 1,4 km zurückgelegt und 130 Kalorien verbraucht haben. Dieser Messung traue ich nicht ganz, mit einem Pulsmesser wäre sicher ein anderes Ergebnis zustande gekommen, da dieses Training sehr anstrengend war und viel mehr Kalorien auf der Anzeige stehen müssten. Ein Manko der Messmethode eines Bewegungssensors.

Fazit des Tages

Die Garmin Vivofit ist kein Ersatz für eine Laufuhr für regelmäßige Läufer – will sie aber auch nicht sein. Dazu fehlen essenzielle Information beim Laufen wie gelaufene Zeit, Pace etc. Dafür ist das ständige Aufzeichnen und Auswerten der Aktivitäten des Tages die Stärke des Geräts im Zusammenspiel mit dem Garmin Connect Portal. Die einfache Bedienung ermöglichen einen schnellen und reibungslosen Start und Betrieb der Uhr. Der Tragekomfort ist relativ hoch und auch um den Akku muss man sich keine Sorgen machen. Einzig die Nichterfassung (kleine Bewegungen <5 Schritte) oder die falsche Erfassung (Zähneputzen) von bestimmten Tätigkeiten des Alltags trüben die Messergebnisse leicht. Ich bin gespannt auf die weiteren Tage.

Tag 3 – Zubehör

Heute habe ich mich nach Zubehör für die Vivofit umgesehen. Hier gibt es folgende interessante Artikel:

Garmin Ersatzbänder

1. Farbige Armbänder: In manchen Situationen ist eine krelle Farbe das Armbandes nicht wünschenswert, zum Beispiel mein helles Blau in Kombination mit einem dunklen Business Anzug im Büro. Daher macht es Sinn, sich einen Satz Armbänder zu holen, in die man schnell die eigentliche Messeinheit ein-klippsen kann. 3 Bänder kosten ca. 20€ und sind hier erhältlich.

2. Körper-Waage: In Garmin Connect gibt es die Möglichkeit, seinen Account mit MyFitnessPal zu verbinden. Hierüber lässt sich zum Beispiel auch das Körpergewicht tracken. Das geschieht bei mir derzeit nur sporadisch morgens, an guten Tagen wird es auch in einer seperaten App festgehalten. Um diesen lästigen Prozess zu umgehen, kann man sich eine Waage mit WLAN Modul kaufen,

WS-50

die die Daten wie Gewicht und Körperfett automatisch auf ein definiertes Portal hochlädt. So hat beispielsweise Withings 3 Waagen mit WLAN Anbindung im Angebot, wobei die Modelle zwischen 99€ für die WS-30 über 149€ für die WS-50  bis zu 249€ für die Topausstattung der Withings WiFi Body Scale liegen.

Tag 4+5

Blick auf das Display

60.000 Schritte sind nun absolviert und mir sind weitere Punkte aufgefallen, die ich hier mitteilen möchte:

1. Display-Ausrichtung: Wird auf das Display der Vivofit geblickt, ähnlich wie auf eine normale Uhr, muss das Handgelenk weiter verdrehen als gewöhnlich, da das Display um 90 Grad gedreht ist. In manchen Situationen ist es somit nicht mit einem „schnellen Blick“ auf die Uhr getan, sondern das Hirn muss zuerst um 90 Grad umdenken.

2. Messgenauigkeit: Die Messgenauigkeit konnte ich durch die manuelle Einstellung der Schrittlänge im Menü von Garmin Connect weiter verbessern, auf 10 Kilometer habe ich die Abweichung der Vivofit beim Joggen auf 300 Meter gebracht. Mit weiteren Feinjustierungen dürfte sich der Wert noch weiter optimieren lassen, sodass das Armband relativ genaue Angaben machen kann.

Schlaf am WE ist viel ruhiger

3. Schlafaufzeichnung: Bisher habe ich mir morgens das Chart der letzten Nacht angesehen und eben gesehen, dass ich mich bewegt habe – interessant, aber ohne weitere Erkenntnis. Am Wochenende konnte ich allerdings eine Änderung erkennen, denn in den Nächten am Wochenende habe ich viel ruhiger geschlafen. Kann nun an vielen Einflüssen (Freundin, Glas Wein am Abend, länger wach und daher müde) liegen, die man weiter analysieren müsste, aber den Nutzen des Schlaf-Trackings habe ich dadurch erkannt.

4. Motivation: Garmin versucht auf 3 Wegen die Vivofit-Träger zu motivieren. Auszeichnungen, eine Challenge gegen andere User und die automatisch angepassten Tagesziele. Vor allem letztere haben mich immer wieder abends auf die Uhr schauen lassen, ob ich schon genug gelaufen bin. Natürlich muss man sich zuerst selbst motivieren, aktiver zu werden, aber diese 3 Punkte geben dem Sportler eine gute Unterstützung.

Fazit des 5-Tage-Tests der Garmin Vivofit

Die Garmin Vivofit ist eine grundsolide Uhr, die mit einer intuitiven Bedienung, leichtem Gewicht und einer super Akkulaufzeit punktet. Auch das sehr übersichtliche Internetportal sowie die App runden das Gesamtpaket ab. Natürlich muss man sich im Klaren sein, wozu man die Uhr einsetzen will – es ist kein Ersatz für einen ambitionierten Sportler, der eine GPS Uhr braucht und bereits sein Fitnesslevel auf einem höheren Level hat. Auch bietet die Uhr keine Fitnesspläne wie die Adidas Fit Smart, die auf die Uhr geladen und abgearbeitet werden können. Aber die Basisarbeit des Tages wird super aufgezeichnet und dargestellt, genauso wie die Schlafaktivitäten.

Gravierende negative Punkte gibt es wenige zu nennen. Natürlich hat die Uhr keine Features wie einen Wecker oder ein beleuchtetes Display, zugunsten der Akkulaufzeit. Auch die um 90 Grad gedrehte Displayausrichtung ist zu verkraften, wenn man sich eine gewisse Zeit dran gewöhnt hat, dafür ist das Band schön schmal. Außerdem ging der Klipp vom Armband einmal im Test auf, als ich an eine Kante gekommen bin – auch andere Nutzer haben davon bereits berichtet. Zu guter Letzt hätte ich mir noch einen Vibrationsalarm gewünscht, der zum roten Balken im Display auch auf ein Bewegungsdefizit hinweist.

Interessant wird vor allem die nächste Uhr von Garmin sein, die Vivosmart ist für Oktober angekündigt und wird hier sofort getestet. Zusätzlich zu den Funktionen der Vivofit hat die Vivosmart eine automatische Synchronisation, Smartphone Mitteilungen, Vibrationsalarm, Touchscreen OLED Display –  aber eine Akkulaufzeit von nur 7 Tagen….