Die Garmin Vivosmart im Test – und was sie besser als die Vivofit kann

vivosmart-move-units-1Ich möchte in diesem Artikel das neue Modell von Garmin vorstellen, denn 160.000 Schritte war die neue Garmin Vivosmart mein Begleiter am Handgelenk und hat fleißig mitgezählt.

Bei der Vivosmart handelt es sich wie bei der Vivofit (zum Testbericht) um einen Fitnesstracker, der aber in bestimmten Funktionen verbessert wurde und zusätzlich Benachrichtigungen vom Handy wiedergeben kann. Per Bluetooth werden Informationen und Nachrichten vom Smartphone sofort am Handgelenk angezeigt – ohne dass das Handy herausgeholt werden muss. Wie gut das funktioniert hat, möchte ich in diesem Test näher bringen.

Ausstattung

Die Garmin Vivosmart kann in den Farben Schwarz, Pink, Blau, Grau, Lila gekauft werden und kommt mit einem Gummi-ähnlichem Band. Zum Tragen fühlt es sich sehr angenehm an und auch der Verschluss lässt sich mit den beiden Gumminoppen sicher arretieren. Im Packungsinhalt liefert Garmin ein proprietäres USB-Ladekabel mit, das über eine Klammer die Vivosmart in die Klemme nimmt und lädt. Garmin geht allerdings davon aus, dass jeder bereits über ein USB-Netzstecker verfügt, dieser liegt der Verpackung nicht bei. Neben der Anleitung ist auch der Vivokeeper mit an Bord, der als zusätzlicher Schutz ein unbeabsichtigtes Öffnen des Armbandes verhindern soll. Ich habe ihn allerdings in meinem Testzeitraum nicht genutzt und hatte auch keine Probleme mit einem sich selbst öffnendem Armband.

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Inbetriebnahme & Tragekomfort

Die Inbetriebnahme der Uhr geht relativ schnell und lässt sich ohne Probleme durchführen. Bei manchen Trackern gibt es Probleme mit der Bluetooth Verbindung, sodass sich das Handy nicht mit Tracker verbindet, aber hier hat Garmin gute Arbeit geleistet. Die Informationen werden auf einem OLED Display in 2 Zeilen dargestellt, welches sich durch Wischgesten und Tippen bedienen lässt. Damit kann direkt am Handy auf das Menü und die Einstellungen zugegriffen werden, was in dem Test ganz gut funktioniert hat. Einzig der um 90 Grad verdrehte Blickwinkel bedarf einer gewissen Gewöhnung – erlaubt dadurch aber eine geringe Dicke und somit einen guten Tragekomfort. Es lassen sich zwar die Informationen auch in dem normalen „Uhrenträger-Blickwinkel“ anzeigen, allerdings bedarf es auch hier einiger Übung, mit einem schnellen Blick z.B. die Uhrzeit abzulesen. Was mir besonders gut an der Uhr gefallen hat ist die geringe Größe. Der Teil, in dem das Display verbaut ist, hat nur eine geringe Dicke und daher fällt das Armband im Alltag kaum auf.


Die Vivosmart im Alltag

Natürlich kann die Garmin Vivosmart alles, was auch die Vivofit bereits an Funktionen mitbekommen hatte. Das heißt Schritte/Distanz/Kalorien zählen, Schlaf erfassen und die Inaktivität anzeigen. Darüber hinaus hat die Vivosmart aber noch eine Vibrationsfunktion bekommen, die bei Inaktivität mit einer kurzen Vibration ein Zeichen gibt und daher besser die Aufmerksamkeit des Trägers auf diesen Punkt lenkt (was ein Kritikpunkt bei der Vivofit war). Zudem ist die Uhr jetzt bis 50 Meter wasserdicht und kann mit der eingebauten Bluetooth Verbindung mit dem Handy die Nachrichten anzeigen. Bei Android sind das alle Nachrichten, die in der Benachrichtigungsleiste ankommen, also Mails, Facebook-Mitteilungen, WhatsApp etc. Natürlich ist es teilweise mühselig, auf diesem kleinen Display mit den 2 Zeilen durch eine lange Mail zu scrollen, aber bei den zahlreichen Mitteilungen am Tag sind nur wenige dabei, bei denen es sich auch wirklich lohnt das Handy aus der Tasche zu ziehen. Und so bin ich von meiner anfänglichen Skepsis gegenüber Uhren mit Smartphone-Verbindung abgekommen und habe hier den ersten Nutzen gesehen. Immer öfter habe ich in Meetings unauffällig auf meiner Uhr die neusten Nachrichten gelesen – ohne das Handy herauszuholen. Zudem wird man durch Vibration auf eingehende Anrufe hingewiesen und verpasst so keinen Anrufer (z.B. weil man die Vibration des Handys nicht mitbekommt).

Angenehm ist zudem die Einstellung, dass das Display für 3 Sekunden aufleuchtet, wenn man den Arm so bewegt, als würde man auf die Uhr schauen. Somit kann ohne eine Doppel-Tipp oder eine andere Aktivität die Uhrzeit oder eine eingehende Nachricht angesehen werden. Wird die Hand wieder heruntergenommen, geht das Display wieder automatisch aus. Auch lassen sich weitere Einstellungen in der App von Garmin vornehmen, wie beispielsweise das Handgelenk, an dem die Uhr getragen wird, die individuelle Schrittlänge oder eine alarmfreie Zeit für die Nachtruhe. Wer gerne Musik über sein Handy hört, der kann außerdem die Musiksteuerung auf seiner Vivosmart nutzen. So lässt sich der zuvor definierte Musikplayer starten, durch die Lieder springen und die Lautstärke anpassen.

Leider ist mir bei starker Sonneneinstrahlung aufgefallen, dass das Display aufgrund der Oberfläche relativ schwer abzulesen ist, was aber relativ selten vorkam. Auch gab es bei meinem Test Probleme mit der Bluetooth-Verbindung mit meinem Nexus 5. Sobald ich mich außerhalb der Bluetooth-Reichweite meines Handys befunden habe ist logischerweise die Verbindung abgebrochen. Allerdings baut die Vivosmart diese nicht automatisch wieder auf, sondern man musste erneut ein Pairing durchführen. Während meines Tests ist allerdings durch ein Software Update dieses Problem seltener aufgetreten, daher ist Garmin an dem Thema dran und es dürfte sicherlich bald behoben sein. Zuletzt fand ich den Lade Clip relativ unpraktisch, da man genau mit den Lade Pins die der Vivosmart treffen muss. Zum Glück hält der Akku mit ca. einer Woche relativ lang und man muss nicht oft mit dem Problem kämpfen.

Beim Sport

Beim Sport zeigt die Vivosmart ihre Stärke durch das Zusammenspiel mit dem Zubehör von Garmin, also z.B. dem Pulsgurt. Wird eine Aktivität manuell auf der Vivosmart gestartet, kann auch der Puls angezeigt werden. Einzig ein GPS-Modul in der Uhr fehlt noch zur perfekten Sportuhr, aber dann hätte man keine schmale Bauform mehr. Doch durch die individuell einstellbare Schrittlänge kann die Garmin Vivosmart die Distanz sehr genau berechnen. In meinem ersten Test hatte ich eine Genauigkeit von 83%, nach 2 Anpassungen der Schrittlänge in der App bin ich auf 95% gekommen – eine Abweichung, die für Hobbysportler absolut ausreichend sein sollte. Auch bei der Erkennung der Schritte im Alltag zeigt die Vivosmart eine gute Erkennungsrate, alle 100 Schritte wurden beim normalen Spazieren erkannt.

Für diejenigen, die häufiger Joggen gehen und eine wirkliche Sportuhr suchen, dürfte allerdings die geringe Größe des Displays störend sein. Beim Laufen bewegt man sich zu sehr, um mit einem schnellen Blick die Daten ablesen zu können – hier sind reine Sportuhren klar im Vorteil.

Fazit

Die Garmin Vivosmart ist für mich eine der besten Fitnesstracker, die ich bereits getestet habe. Sie lässt sich sehr angenehm tragen und fällt im Alltag nur dann auf, wenn die Uhr den Träger auf Inaktivität oder eine Benachrichtigung hinweisen will. Mit der langen Akkulaufzeit von ca. einer Woche muss man sich auch selten Gedanken machen, wann man die Uhr wieder aufladen muss. Daher ist die Vivosmart eine gute Weiterentwicklung der Vivofit und steht derzeit berechtigterweise auf dem ersten Platz. Wer eine Uhr sucht, die ebenfalls Benachrichtigungen des Smartphones darstellen kann und mehr Zeilen bietet, der sollte sich die Samsung Gear Fit ansehen (Testbericht folgt). Über eine im Internet zu findende App lässt sich die Gear Fit auch auf Nicht-Samsung Handys nutzen.

Positives

– Lässt sich sehr angenhem tragen

– Zeigt alle Benachrichtigungen vom Handy

– Motivation wird hoch gehalten

– Lang anhaltender Akku

Negatives

– Bluetooth Verbindung reißt manchmal ab

– Display beim Sport nicht ständig an

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